Wir spenden - Die UNICEF-Hungerhilfe schützt Kinder vor Hunger
Die Nahrungsmittelknappheit in einigen Ländern Afrikas ist dramatisch: Millionen Menschen sind bereits seit Jahren von chronischem Hunger betroffen, darunter viele Mädchen und Jungen. Chronischer Hunger bedeutet, dass ein Kind zu wenig oder zu schlecht zu essen hat, um sich normal entwickeln und gut leben zu können.
Putins Angriffskrieg zerstört Zehntausende Menschenleben, Dörfer und Stadtviertel, Fabriken und Eisenbahnstrecken, Bauernhöfe und Felder.
Es wird Jahre dauern, die Ukraine hinterher wiederaufzubauen. Der Krieg verstört aber auch Menschen in ganz Europa. Wer nicht abgestumpft ist, könnte täglich laut schreien angesichts so viel Brutalität und Gemeinheit. Jede Empörung ist gerechtfertigt, jedes Mitgefühl angebracht, jede Hilfe für die bedrängten Ukrainer notwendig.
#### Abseits der Schlagzeilen trifft der Krieg allerdings noch viel mehr Menschen.
Sie stehen nicht im Fokus der Berichterstattung und der Politiker, dabei brauchen sie ebenfalls dringend Hilfe. Sie leben nicht in Charkiw, Mariupol oder Kiew, sondern in Juba, Mogadischu oder Kabul. An Orten, an denen das Überleben ohnehin ein täglicher Kampf ist. Umso bestürzender ist der Bericht, den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen heute Morgen veröffentlicht: Unicef zufolge verschlimmert sich die Lage an der weltweiten Hungerfront dramatisch, weil die Getreidepreise infolge des Ukraine-Kriegs steigen, viele Staaten sich noch nicht von Corona erholt haben und die Klimakrise monatelange Dürren verursacht.
Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. "Eine Preiserhöhung um 16 Prozent mag im Kontext der globalen Lebensmittelmärkte überschaubar klingen. Doch am Ende der Lieferkette steht die Verzweiflung eines mangelernährten Kindes." Wenn man das hört und zugleich weiß, dass weltweit mehr als 13 Millionen Kinder unter fünf Jahren mangelernährt sind, dass viele aufgrund ihrer Entkräftung lebensgefährliche Krankheiten bekommen, beginnt man die Tragweite der dramatischen Entwicklung zu verstehen, die sich gegenwärtig abspielt. In Südasien, im Osten und Süden Afrikas sowie in Afghanistan verschärft sich die permanente Not zu einer brutalen Hungersnot. Allein am Hindukusch leiden in diesem Jahr wohl mehr als eine Million Kinder an schwerer Mangelernährung – fast doppelt so viele wie bisher. Am Horn von Afrika sind es zwei Millionen. Auch relativ stabile Länder wie Uganda können viele ihrer Einwohner nicht mehr ernähren.
Täglich bestimmt der Krieg in der Ukraine die Schlagzeilen. Das ist sicher richtig. Es darf aber nicht dazu führen, dass wir das himmelschreiende Leid nicht mehr sehen, das zeitgleich Millionen Menschen in anderen Teilen der Welt erfahren. Diese Not zu lindern, ist nicht nur eine dringende Aufgabe für Politiker und Hilfsorganisationen. Wer sich von Bildern wie dem Foto der kleinen Anei rühren lässt, kann auch selbst mit einer Spende helfen – zum Beispiel hier oder hier.
Und der Hunger kommt selten allein: Krankheiten wie Aids, Malaria, Cholera und zuletzt die Corona-Pandemie sind besonders verheerend, wenn Kinder schon ausgezehrt und kraftlos sind. Die wenigsten Familien haben Zugang zu medizinischer Versorgung oder sauberem Wasser.
Doch die Lage ist nicht hoffnungslos – wir können viel tun und Kinder mit einfachen Mitteln wie Erdnusspaste vor dem Hunger retten. Aber wir müssen jetzt handeln, um die hungernden Mädchen und Jungen rechtzeitig zu versorgen.
### Ausbleibende Regenfälle
Durch die weltweite Veränderung des Klimas treten in Ostafrika immer mehr Hitzewellen und Dürren auf. Die Regenzeit tritt von Jahr zu Jahr später ein, dauert immer länger an oder bleibt sogar völlig aus. In Kenia und Äthiopien fielen seit Beginn der Regenzeit im März nur leichte Schauer, und Prognosen sagen für diese Saison unterdurchschnittliche Niederschläge voraus. Folglich kann die Bevölkerung aufgrund von ausbleibenden Ernten und sterbendem Vieh weniger Nahrungsmittel produzieren, wodurch die Preise für Lebensmittel wiederum steigen.
### Auswirkungen des Ukraine-Kriegs
Die Länder des Horns von Afrika sind zudem in hohem Maße auf Lebensmittelimporte angewiesen. Der Bedarf an Getreide wird zu 84 Prozent durch Importe gedeckt. Dabei sind Russland und die Ukraine die wichtigsten Zulieferer für Weizen und Weizenprodukte: 90 Prozent der Weizeneinfuhren stammen aus Russland (72 Prozent) und der Ukraine (18 Prozent). Ein Rückgang des Handels als Konsequenz des Kriegs verstärkt die Nahrungsmittelknappheit in Ostafrika und die importierten Produkte werden immer teurer: In den somalischen Städten Garowe und Quardho ist der Preis für Weizenmehl von 26 auf 36 Dollar pro 50-kg-Sack gestiegen.
Auch die Preise für Kraftstoff und Düngemittel sind höher geworden, was die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gefährden. Kleinbauern können weniger Düngemittel verwenden und haben dadurch schlechtere Ernten, während Großbauern von den hohen Treibstoffkosten für Traktoren und andere Maschinen betroffen sind.
Sie brauchen uns jetzt, denn jede Sekunde zählt.
Deshalb spenden wir.
Falls Sie auch spenden wollen:
https://www.unicef.de/informieren/projekte/einsatzbereiche-110796/hunger-111210