Wir spenden für humanitäre Hilfe in Kenia
Die Lage ist alarmierend. Wir haben eine Wasserkrise, durch Klimawandel dramatisch verschärft. Rinder, Ziegen, Zebras und Giraffen verenden massenhaft. 4,4 Millionen Menschen haben zu wenig zu Essen, fast 900.000 Kinder sind akut mangelernährt, 230.000 sind dem Tod näher als dem Leben.
In diesem Moment, in dem Sie diese Zeilen lesen, vielleicht bei ihrem Morgenkaffee, vielleicht in der Bahn zur Arbeit, leiden in Ostafrika mehr als 20 Millionen Menschen an Hunger – und täglich werden es mehr. Die Lage dramatisch zu nennen, wäre eine Untertreibung. Sie ist brutal. In Somalia, in Äthiopien, aber auch hier in Kenia. Dabei gilt Kenia eigentlich als Stabilitätsanker:
• Es ist die einzige funktionierende Demokratie in dieser unruhigen Weltregion, die Wahlen Anfang August führten zu einem friedlichen Machtwechsel.
• Die Wirtschaft ist vergleichsweise breit aufgestellt; neben Landwirtschaft und Tourismus gibt es einen starken Dienstleistungssektor und sogar Industrie.
• Beim Klimaschutz ist Kenia wegweisend: Schon mehr als 90 Prozent der Energie kommt aus erneuerbaren Quellen, da kann kein europäisches Land mithalten.
Zugleich werden die Menschen hier jedoch zu Opfern der Klimasünden anderer Staaten: Die letzten fünf Regenzeiten sind ausgefallen, die Dürre verbrennt den Osten des Landes, rafft Rinder, Ziegen und Kamele dahin, auch geschützte Elefanten und Zebras sterben massenhaft. 4,4 Millionen Menschen haben zu wenig zu Essen, fast 900.000 Kinder sind akut mangelernährt, 230.000 sind dem Tod näher als dem Leben. Hatte ein durchschnittlicher Kenianer vor einigen Monaten noch 15 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung, sind es jetzt gerade mal noch 4 Liter. Die Brunnen sind versiegt, die Flüsse vertrocknet. In ihrer Verzweiflung graben die Menschen tiefe Löcher in die knochentrockene Erde, um wenigstens eine Handvoll Brackwasser zu ergattern. Die Lage ist schlimm, und sie verschlimmert sich von Tag zu Tag – während man in Deutschland Fußball guckt und sich darüber streitet, ob das 49-Euro-Ticket ab März oder April gelten soll.
Trotz beachtlicher wirtschaftlicher Erfolge zählt Kenia noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt (Rang 143 von 189 im Human Development Index der Vereinten Nationen).
Das von der Landwirtschaft abhängige Land ist seit Jahrzehnten zunehmend von verschiedenen wiederkehrenden Katastrophen, wie Dürren, Fluten und Heuschreckenplagen, betroffen, die sich durch den Klimawandel noch verschärfen.
Eine mit einer Million hohe Anzahl an Flüchtlingen und intern Vertriebenen sowie zahlreiche Konflikte zwischen den ethnischen Gruppen im Vielvölkerstaat Kenia tragen weiterhin zur Instabilität bei. Die Wasser-, Sanitär- und Gesundheitsversorgung, insbesondere für die mehr als 43 Prozent der unter der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung, ist völlig unzureichend.
Helfen Sie jetzt den Menschen in Kenia mit Ihrer Spende!
Ihre Spende kommt an und können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen,
zum Beispiel hier:
Malteser International
https://www.malteser-international.org/de/hilfe-weltweit/afrika/kenia.html
CARE Deutschland e.V.
https://www.care.de/schwerpunkte/einsatzorte/afrika/kenia/
UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN)
https://www.unicef.de/informieren/projekte/afrika-2244/kenia-4146/hungerkrise/320508?utm_source=son_ton&utm_medium=red-beitrg_es&utm_campaign=202212_ton_aw_red-beitrg_es_Hunger-in-Afrika_projektreise_kenia&utm_content=202212_Hunger-in-Afrika&utm_term=aw
Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Selbstverständlich sind auch viele Deutsche hart von den gegenwärtigen Krisen getroffen, auch sie brauchen Mitgefühl und Unterstützung. Aber der Blick auf die eigene Bredouille relativiert sich dann doch, wenn man sieht, was hier im Osten Afrikas vor sich geht. Hier ist die Krise nicht einfach eine Krise. Sie ist ein Abgrund:
• Die Erderhitzung trocknet das Land aus, raubt Menschen und Tieren ihren Lebensraum, begünstigt lebensbedrohliche Schädlinge und Krankheiten. Experten zufolge dürften weite Teile der Region in absehbarer Zeit zu unbewohnbarem Ödland verdorren; die Bewohner werden nach Westen und Norden fliehen.
• Der Corona-Stillstand hat die Wirtschaft schwer getroffen, die Staatsverschuldung verschlimmert und Unruhe zwischen rivalisierenden Volksgruppen geschürt.
• Im Bürgerkriegsland Somalia erstarkt die Terrormiliz Abu Schabab. Zehntausende Menschen sind vor Angriffen und Anschlägen, vor Zwangsrekrutierung und Genitalverstümmelung ins Nachbarland Kenia geflohen, wo sie in den Flüchtlingslagern Dadaab, Kakuma und Garissa ihr Dasein fristen.
• Das rapide Bevölkerungswachstum verschärft den Kampf um Wasser, Getreide und Jobs. Viele Eltern sehen in Kindern ihre einzige Lebensversicherung im Alter, weil ihnen sonst niemand hilft. Zahlreiche Studien belegen: Erhalten afrikanische Frauen mehr Bildung und mehr Geld, bekommen sie weniger Kinder. Doch viele Staaten haben ihre Spenden reduziert, und die Inflation macht alles nur noch schlimmer. Die Vereinten Nationen räumen ein, dass der Kampf gegen den Hunger "stagniere", und sprechen von einer "Katastrophe".
• Aufgrund von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gelangen viel weniger Getreidelieferungen nach Ostafrika. Um den verbleibenden Rest ist ein zynischer Verteilungskampf entbrannt. An den Rohstoffbörsen in Chicago und Frankfurt treiben Zocker die Preise in die Höhe – gleichzeitig landet ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel im Abfall.
Quelle T-Online